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Wir waren mit einer der größten
Delegationen bei der ersten ZEIT DEBATTE des Jahres 2010 vertreten.
Drei Teams debattierten für uns in Stuttgart, außerdem stellten wir
zwei Juroren und die Chefjurorin!
Am Freitag, 22. Januar, machten wir uns
auf den Weg nach Schwaben – die einen früher, die anderen später.
Ein Großteil von uns traf sich am Nachmittag in der wunderbaren
Stuttgarter Jugendherberge, dort gab es Viererzimmer und so landeten
vier Bonner gemeinsam in einem rheinischen Raum, unser A-Team teilte
sich mit Chefjurorin Isa und einer freundlichen Debattantin aus
Heidelberg ein Zimmer und zwei von uns durften sich mit der
Delegation mit dem schönsten Akzent ein Zimmer teilen, denn sie
waren gemeinsam mit dem Team aus Wien untergebracht.
Am Freitagabend trafen wir uns alle in
einer Stuttgarter Schule, in der die erste Vorrunde der ZEIT DEBATTE
stattfinden sollte. Da das Turnier im Format BPS stattfand, traten
wir in Zweierteams an: Als Bonn A starteten Gudrun Lux und Tim
Richter, als Bonn B Benedikt Flöter und Clemens Struck und als Bonn
C Julian Boor und Ayso Gethmann. Als Juroren hatten wir Tim Brückmann
und Volker Tjaden dabei, außerdem Isabelle Loewe, die als
Chefjurorin gemeinsam mit zwei anderen Chefjuroren die inhaltliche
Verantwortung für das Turnier hatte.
In der ersten Vorrunde lautete das
Thema "Dieses Haus fordert die Kindergartenpflicht!" –
Bonn A gewann die Debatte klar und heimste drei Siegpunkte ein, Bonn
B erreichte Platz zwei und damit auch zwei Punkte und Bonn C landete
zunächst auf dem vierten Platz – erkannte aber sofort deutliches
Verbesserungspotenzial. Nach der Debatte wurde erstmal gefeiert...
... und dann ging es am Samstag weiter.
Der Tag war hart: Vier Vorrunden standen an. In der zweiten Vorrunde
konnte Bonn C alle guten Vorsätze umsetzen und das Haus rocken:
Klarer Sieg! Dafür erwischte es diesmal Bonn B, zum Thema "Dieses
Haus würde die Bundeswehr wieder nur zur eigenen Landesverteidigung
einsetzen" verlor das B-Team die Debatte. Bonn A erreichte den
zweiten Platz. Die dritte Vorrunde war ein voller Erfolg für den
Nachwuchs: Sowohl Bonn B als auch Bonn C gewannen! Nur Gudrun und ihr
"Tim-Partner" von Bonn A waren unzufrieden: Sie bekamen
einen einzigen Punkt (Rang drei). Nach den drei ersten Vorrunden
waren Bonn A und Bonn C gleichauf mit je sechs von zu diesem
Zeitpunkt neun möglichen Punkten, Bonn B hatte fünf Punkte
gesammelt. Und jetzt wurde es erst richtig spannend, denn in den
beiden letzten Vorrunden gab es kein Feedback mehr, uns so waren wir
aufs Spekulieren angewiesen...
Die letzten beiden Vorrunden wurden zu
den Themen "Dieses Haus würde alle
Staaten des ehemaligen Jugoslawien in die EU aufnehmen" und
"Dieses Haus würde die Leiharbeit abschaffen" ausgetragen,
doch erst Stunden später sollten wir die heißersehnten Bewertungen
erfahren. Irgendwer hatte das Gerücht gestreut (es sollte sich
später bewahrheiten!), dass man zehn Siegpunkte für den Break ins
Halbfinale bräuchte… Mit sechs bzw. fünf Punkten nach drei von
fünf Runden standen wir also alle nicht auf der sicheren Seite…
Und dann der
Break! An erster Stelle breakte ein Team aus Berlin, dann Jena, dann
Greifswald und dann – unser Jubel war immens: Bonn A!!! Sie hatten
in den beiden letzten Vorrunden noch zwei und drei Punkte sammeln
können und waren jetzt deutlich vorne dabei! Bonn B verlor leider
Runde vier, mit Platz zwei in Runde fünf kam das Team dann auf
solide sieben Siegpunkte nach fünf Runden – was zwar nicht für
den Break reichte aber in einem Team mit einem faktischen
Turnierneuling (Bene) durchaus beachtenswert ist. Bonn C hatte nach
zwei starken Runden in den beiden letzten Runden leider das Nachsehen
und verlor zwei Debatten. Sechs Siegpunkte am Ende sind aber prima –
da ließ unser C-Team erfahrenere Teams hinter sich!
Nach den
Vorrunden war Bonn A das 4., Bonn B das 23. und Bonn C das 27. von
insbesamt 36 Teams. Tim schaffte es sogar auf den 6. Platz in der
Einzelrednerrangliste, Gudrun auf den 12. Und unsere Juroren? Die
waren natürlich auch am Start: Volker wurde zum Hauptjuror des
Halbfinals bestimmt, in dem Bonn A nicht antrat, dort jurierten auch
Tim Brückmann und Isabelle Loewe.
Nach einer
wunderbaren Ein-Euro-Party und einer weiteren schlafarmen Nacht war
schon Sonntag und das Halbfinale stand an. Bonn A wurde als
Schließende Regierung gelost; in der Debatte stellte Dortmund den
Antrag, Berlin war Eröffnende und Potsdam Schließende Opposition.
Thema war: "Dieses Haus würde
Geldstrafen proportional zum Einkommen ausgestalten" – klingt
trocken, aber die Debatte war tatsächlich ziemlich lustig. Nachdem
die eröffnenden Fraktionen aneinander vorbei geredet hatten, brachte
Tim die Leute zum Lachen – natürlich nicht ohne trotzdem
analysescharf zu argumentieren. Deshalb waren sich nach dieser
Debatte auch alle einig: Das Ding hat Bonn A geholt! Alle? Nicht
alle: Bonn A selbst zweifelte natürlich…
Aber die Juroren
sahen die Debatte wie die meisten: Klarer Sieg für Bonn A! Als
zweites Team aus diesem Halbfinale breakte knapp Berlin, aus dem
anderen Halbfinale kamen Jena und Greifswald hinzu. Für Tim
Brückmann und Volker war jetzt leider Schluss: Klar, wenn Bonn A
redet, dann dürfen sie das Finale nicht jurieren. Naja, zwei Fans
mehr im Publikum!
Zum Finale
machten wir uns alle auf ins Wilhelmspalais. Dort warteten unzählige
Menschen, die zum ZEIT-DEBATTEN-Finale gekommen waren. Und unser Team
saß diesmal in der Eröffnenden Opposition zum Thema "Dieses
Haus würde Parteispenden verbieten". Greifswald stellte den
Antrag und Tim konterte kenntnisreich. Gudrun beeindruckte vor allem
durch ihre Schlagfertigkeit. Die schließenden Fraktionen hatten der
Debatte nicht mehr allzu viel hinzuzufügen: Jena war aber ziemlich
lustig und es machte Spaß, den Jungs zuzuhören. Deshalb war es auch
nicht unverdient, dass Clemens Lechner am Ende den Preis der
Ehrenjury für die beste Finalrede bekam.
Die sieben
Finaljuroren zogen sich zur Beratung zurück und verkündeten:
Greifswald hat gewonnen. Schade! Für Bonn A hat es ganz knapp nicht
gereicht. Das tat unserer Feierlaune aber keinen Abbruch: Wir sind
stolz auf unseren Club und freuen uns schon auf das nächste Turnier!
Herzlichen Dank
dem Debattierclub Stuttgart, der die ZEIT DEBATTE organisiert hat!
Das war spitze!
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